Wer die CBR-Werte zwischen dem gewachsenen Niederterrassenkies in der Mannheimer Innenstadt und den quartären Auelehmen entlang des Rheins vergleicht, erkennt rasch, warum eine pauschale Dimensionierung des Straßenoberbaus hier nicht funktioniert. Die quartärgeologische Karte von Mannheim zeigt auf engem Raum Übergänge von tragfähigen Kiesen mit CBR-Werten über 40 % hin zu bindigen, setzungsempfindlichen Auesedimenten, die kaum 5 % erreichen. Das CBR-Studie für Straßenentwurf liefert dem planenden Ingenieur die kalifornische Tragfähigkeitszahl als Eingangsparameter für den frostsicheren Oberbau nach RStO 12. In Mannheim, wo das Grundwasser im Rheintal oft nur 1,5 bis 3 Meter unter Gelände ansteht, beeinflusst der Wassergehalt die Tragfähigkeit saisonal stark. Unsere Prüfungen erfolgen sowohl am verdichteten Unterbau als auch an der Oberkante Planum, wobei wir die Proctordichte nach Korngrößenanalyse als Referenz mitführen. Auf den sandig-kiesigen Hochgestaden der Rhein-Neckar-Region ergeben sich nach Verdichtung oft CBR-Werte oberhalb von 30 %, während die tonig-schluffigen Rheinniederungen selbst mit Bindemittelverbesserung selten über 15 % hinauskommen, was die Bauklasse und damit die Asphaltpaketstärke direkt beeinflusst.
Ein CBR-Wert von 15 % auf dem Planum ist in der Mannheimer Rheinniederung oft nur mit Bindemittelverbesserung und konsequenter Nachverdichtung erreichbar.
Lokale Besonderheiten
Mit einer Einwohnerzahl von rund 320.000 und einer Lage in der seismisch moderat aktiven Oberrheingraben-Zone steht Mannheim vor der Herausforderung, Straßeninfrastruktur für jahrzehntelange Nutzung bei gleichzeitig heterogenem Baugrund zu dimensionieren. Das größte Risiko bei Verzicht auf eine CBR-Studie für Straßenentwurf liegt in der Unterbemessung der ungebundenen Tragschicht: Wird ein zu optimistischer CBR-Wert angenommen, entstehen binnen weniger Frostperioden Spurrillen, Netzrisse und Setzungsmulden, die eine vorzeitige Komplettsanierung erzwingen. In der Mannheimer Innenstadt mit ihrer dichten Bebauung und den beengten Platzverhältnissen sind solche Sanierungen logistisch extrem aufwendig. Hinzu kommt die Gefahr, dass bei schlecht tragfähigem Untergrund die gebundene Deckschicht allein die Verkehrslasten abtragen muss, was zu Ermüdungsrissen noch vor Ablauf der kalkulierten Nutzungsdauer führt. Die RStO 12 fordert daher explizit den Nachweis der Tragfähigkeit auf dem Planum, wobei der CBR-Versuch durch seine einfache Probenlogistik und die direkte Vergleichbarkeit mit den Bemessungstafeln nach wie vor das Arbeitspferd der Erdbauer bleibt.
Häufige Fragen
Ab welchem CBR-Wert kann auf eine Frostschutzschicht verzichtet werden?
Ein Verzicht auf die Frostschutzschicht ist nach RStO 12 nur möglich, wenn der anstehende Boden die Frostempfindlichkeitsklasse F1 aufweist und der CBR-Wert nach viertägiger Wasserlagerung mindestens 25 % beträgt. In Mannheimer Lagen mit Auelehm oder Beckenton ist das praktisch nie der Fall, sodass eine frostsichere Überdeckung von mindestens 40 bis 60 cm eingeplant werden muss.
Wie lange dauert eine CBR-Prüfung von der Probenahme bis zum Ergebnis?
Die reine Prüfzeit im Labor beträgt nach der Probenvorbereitung vier Tage Wasserlagerung plus einen Tag für den Eindringversuch und die Auswertung. Mit Probenahme auf der Baustelle, Transport und Erstellung des Prüfberichts ist mit einer Gesamtdauer von sieben bis zehn Werktagen zu rechnen. Eilaufträge lassen sich in Absprache auf fünf Werktage verkürzen.
Welchen CBR-Mindestwert fordert die RStO 12 auf dem Planum?
Die RStO 12 fordert auf dem Planum einen Verformungsmodul Ev2 von mindestens 45 MN/m². Für den zugehörigen CBR-Wert gibt es keine direkte normative Umrechnung, aber die FGSV-Arbeitsanleitung nennt als Orientierung einen CBR von 10 bis 15 % für bindige Böden der Frostempfindlichkeitsklasse F3. Bei geringeren Werten ist eine Bodenverbesserung oder ein Bodenaustausch erforderlich.
Was kostet eine CBR-Studie für den Straßenentwurf in Mannheim?
Eine Einzelprüfung inklusive Proctorkurve liegt zwischen €160 und €260, abhängig vom Probenumfang und ob die Wasserlagerung als Einfach- oder Dreifachbestimmung erfolgt. Für ein komplettes Prüfprogramm mit fünf Entnahmestellen und statistischer Auswertung nach ZTV E-StB bewegen sich die Kosten zwischen €800 und €1.300.