Mannheims Stadtentwicklung ist untrennbar mit dem Wasser verbunden. Die barocke Planstadt wuchs auf den Schwemmfächern von Rhein und Neckar, und wer hier baut, hat es fast immer mit quartären Kiesen, Sanden und Tonlinsen zu tun. Die Flussdynamik hat ein heterogenes Baugrundgefüge hinterlassen, das einfache Sondierungen an ihre Grenzen bringt. Für die Standsicherheit von Bauwerken im Hafengebiet Jungbusch oder auf den Auffüllungen der ehemaligen Festungsanlagen reichen Indexversuche nicht aus. Der SPT Bohrung liefert erste Lagerungsdichten, aber der Triaxialversuch bringt die Sicherheit, die Tragwerksplaner für Nachweise nach Eurocode 7 brauchen. Unser Labor untersucht gestörte und ungestörte Proben aus dem gesamten Stadtgebiet, von Feudenheim bis Rheinau, und liefert belastbare Kennwerte für Bruch- und Gebrauchszustände.
Effektive Scherparameter aus dem Triaxialversuch ersetzen Annahmen durch Messwerte – der Unterschied zwischen Bemessung und Rätselraten im Baugrund.
Ablauf und Umfang
Mannheim liegt auf 97 m ü. NHN in einer der seismisch ruhigsten Zonen Deutschlands, doch der Baugrund stellt andere Herausforderungen. Die Auenlehme und organischen Einschaltungen entlang des Neckars reagieren empfindlich auf Wasserzutritt, und die Tragfähigkeit variiert stark, selbst auf kurze Distanz. Der Triaxialversuch erfasst genau dieses Verhalten: Wir messen den Porenwasserdruckaufbau unter Last, simulieren Dränagebedingungen und ermitteln effektive Scherparameter. Die Versuche laufen in drei Stufen – konsolidiert dräniert (CD), konsolidiert undräniert (CU) oder unkonsolidiert undräniert (UU) – je nach Fragestellung und Bauphase. Für Baugruben in den innerstädtischen Quartieren, wo der Grundwasserspiegel oft nur zwei Meter unter GOK ansteht, ist die CU-Variante mit Porenwasserdruckmessung der Regelfall. Unsere Prüfprotokolle enthalten die vollständige Spannungs-Dehnungs-Kurve, den Reibungswinkel, die Kohäsion und den Steifemodul, aufbereitet für die direkte Übernahme in FE-Berechnungen.
Häufige Fragen
Was kostet ein Triaxialversuch in Mannheim?
Ein einzelner Triaxialversuch liegt je nach Variante und Probenvorbereitung zwischen 1.920 und 2.100 Euro netto. Der Preis umfasst das Einbauen der Probe, die Sättigungsphase, die Konsolidation und den Abschervorgang mit vollständiger Messdatenerfassung. Bei Versuchsprogrammen mit mehreren Proben und Spannungsstufen erstellen wir ein Pauschalangebot.
Welche Probenmenge wird für den Triaxialversuch benötigt?
Für einen Prüfsatz von drei Einzelversuchen benötigen wir mindestens einen ungestörten Zylinder von 100 mm Durchmesser und 200 mm Länge pro Spannungsstufe, entnommen mit einem Dünnwand-Entnahmegerät. Bei gestörten Proben reichen etwa 20 kg Material im dicht verschlossenen Eimer. Die Proben müssen vor Austrocknung und Erschütterung geschützt transportiert werden.
Wie lange dauert ein CU-Triaxialversuch mit Porenwasserdruckmessung?
Die reine Versuchsdauer beträgt fünf bis acht Arbeitstage, abhängig von der Durchlässigkeit des Bodens. Die Sättigung mit Backpressure nimmt oft zwei Tage in Anspruch, die Konsolidation einen weiteren Tag. Der Abschervorgang selbst läuft über zwei bis drei Tage bei einer Geschwindigkeit von etwa 0,005 mm/min. Der Prüfbericht liegt zehn Werktage nach Probeneingang vor.