Der Packer wird auf dem Gestänge in die Tiefe gelassen, die Manschette dehnt sich unter Druck aus und dichtet den Testabschnitt sauber ab – so beginnt jeder Durchlässigkeitstest, bei dem das Wasser entweder als konstante Füllung nachläuft oder der Druckabfall über die Zeit aufgezeichnet wird. In Mannheim mit seinen quartären Kies-Sand-Abfolgen des Neckarschwemmfächers und den darunter anstehenden Tonsteinen des Oberrheingrabens liefert der Felddurchlässigkeitsversuch nach Lefranc und Lugeon genau die Kennwerte, die ein Schreibtischgutachten nicht hergibt: den kf-Wert direkt am Ort der späteren Baugrubensohle oder Versickerungsmulde. Ob für den Nachweis der Sickerfähigkeit nach DWA-A 138 oder für die Dimensionierung einer Grundwasserabsenkung – die lokale Heterogenität der Mannheimer Terrassensedimente verlangt zwingend die In-situ-Messung. In Kombination mit einer Korngrößenanalyse lassen sich die Feldwerte plausibilisieren und die Streuung ingenieurtechnisch einordnen.
Ein im Feld gemessener kf-Wert ersetzt drei geschätzte Laborwerte – die Inhomogenität der Mannheimer Terrassensedimente lässt sich nur vor Ort auflösen.
Lokale Besonderheiten
In Mannheim sehen wir immer wieder, dass bei Baugruben im Übergang von quartären Kiesen zum darunter liegenden Tonstein die Wasserhaltung völlig falsch dimensioniert wird, weil der kf-Wert nur aus Tabellen abgeleitet wurde. Der Tonstein verwittert an der Oberfläche zu einem schluffig-plastischen Material mit ganz anderem Durchlässigkeitsverhalten als der frische Fels; ein Lugeon-Test zeigt sofort, ob das Gebirge klüftig und damit wasserführend ist oder dicht und die Baugrube eher über die Kiesüberdeckung entwässert werden muss. Wird der Felddurchlässigkeitsversuch eingespart, drohen zwei Szenarien: Entweder die Absenkung ist unterdimensioniert und die Baugrube läuft voll, oder die Pumpen sind überdimensioniert und treiben die Stromkosten nutzlos in die Höhe. Beides kostet Zeit und Geld – und lässt sich durch eine fachgerechte In-situ-Messung vermeiden.
Häufige Fragen
Was kostet ein Lefranc- oder Lugeon-Versuch in Mannheim?
Die Kosten für einen Felddurchlässigkeitsversuch in Mannheim liegen je nach Tiefe, Anzahl der Testabschnitte und Zugänglichkeit zwischen €510 und €990. Der Preis umfasst die Versuchsdurchführung, die Auswertung nach DIN 18130 und einen Kurzbericht mit den ermittelten kf-Werten. Bei mehreren Testhorizonten in einer Bohrung reduzieren sich die Kosten pro Abschnitt.
Wann ist der Lugeon-Test dem Lefranc-Versuch vorzuziehen?
Der Lugeon-Test kommt immer dann zum Einsatz, wenn der Untergrund aus Fels oder stark verwittertem Festgestein besteht und die Wasserdurchlässigkeit über Klüfte und Trennflächen erfolgt. In Mannheim ist das typischerweise unterhalb der quartären Kiese der Fall, sobald der Tonstein des Tertiärs ansteht. Der Lefranc-Versuch eignet sich dagegen für die Lockergesteinsüberdeckung oberhalb des Grundwassers.
Wie viele Testabschnitte brauche ich für ein Versickerungsgutachten in Mannheim?
Für ein belastbares Versickerungsgutachten nach DWA-A 138 sollten mindestens zwei bis drei Testabschnitte pro Bohrung in der vorgesehenen Sickerhorizonttiefe durchgeführt werden. Die quartären Neckarkiese in Mannheim sind häufig von schluffigen Lagen durchzogen, sodass ein einzelner Test in einer homogenen Kieslage die Gesamtdurchlässigkeit des Profils überschätzen kann.