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Seismische Tomographie (Refraktion/Reflexion) in Mannheim: Baugrund erkennen, bevor gebaut wird

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Mannheim liegt nicht nur an zwei Flüssen, sondern auch auf einer geologischen Grenze, die den Baugrund komplexer macht, als viele Bauherren annehmen. Der tiefere Untergrund im Stadtgebiet ist geprägt von den Ablagerungen des Neckarschwemmkegels, der sich im Quartär ausgebildet hat und in Bohrungen bis über 40 Meter Mächtigkeit erreichen kann. Wer hier ein Bauwerk plant, kommt um eine verlässliche Baugrunderkundung nicht herum. Unsere seismische Tomographie liefert genau das: ein hochauflösendes Bild des Untergrunds, das Lockergesteine, Felshorizonte und potenzielle Störzonen sichtbar macht. Mit unseren Messkampagnen in Mannheim decken wir Tiefen von wenigen Metern für Gründungen bis über 100 Meter für Tunnelprojekte ab. Die seismische Tomographie ergänzt dabei punktuelle Aufschlüsse wie die SPT-Bohrung ideal, indem sie die Schichtgeometrie zwischen den Bohrpunkten lückenlos modelliert.

Die seismische Tomographie macht aus einem lückenhaften Bohrprofil ein geschlossenes Bild des Untergrunds – in Mannheim besonders wertvoll wegen der heterogenen quartären Auffüllungen.

Ablauf und Umfang

Die Messapparatur, die unser Team in Mannheim einsetzt, besteht aus einem seismischen Messsystem mit 48 Geophonen, die in einem definierten Array ausgelegt werden. Die Anregung erfolgt je nach Tiefenziel mit einem Vorschlaghammer oder bei tieferen Fragestellungen mit einem beschleunigten Fallgewicht. Die Geophone zeichnen die Laufzeiten der P- und S-Wellen mit einer Abtastrate von unter 0,125 Millisekunden auf – eine Präzision, die für die spätere Tomographie entscheidend ist. Bei der Refraktionsmethode kartieren wir die Wellen, die an Schichtgrenzen mit höherer Impedanz gebrochen werden, während die Reflexionsmethode die an Diskontinuitäten zurückgeworfenen Wellen auswertet. Die Datenverarbeitung erfolgt über eine Laufzeittomographie mit iterativer Inversion, die ein zweidimensionales Geschwindigkeitsmodell erzeugt. Aus den seismischen Geschwindigkeiten lassen sich dann geotechnische Parameter wie die Steifigkeit des Lockergesteins ableiten – eine direkte Eingangsgröße für Setzungsberechnungen nach Eurocode 7.
Seismische Tomographie (Refraktion/Reflexion) in Mannheim: Baugrund erkennen, bevor gebaut wird
Technisches Referenzbild — Mannheim

Lokale Besonderheiten

Mannheims Entwicklung als Industriestadt hat Spuren im Boden hinterlassen. Besonders in den Quadraten der Innenstadt und entlang der Hafenbecken finden sich mächtige anthropogene Auffüllungen mit Bauschutt, Schlacken und anderen Fremdstoffen, die teils bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen. Ein klassisches Rammkernbohrverfahren liefert hier nur eine punktuelle Probe, die die laterale Variabilität dieser heterogenen Verfüllungen nicht abbildet. Die seismische Tomographie schließt diese Lücke: Sie zeigt, wo innerhalb der Auffüllung Zonen geringerer Dichte oder größerer Mächtigkeit liegen, die bei einer konventionellen Gründung zu ungleichmäßigen Setzungen führen könnten. In den ufernahen Bereichen von Rhein und Neckar hilft das Verfahren zudem, die Grenze zwischen tragfähigen Kiesen und darunterliegenden, setzungsempfindlichen Tonlinsen präzise zu kartieren. Wer in Mannheim auf eine solche Vorfelderkundung verzichtet, riskiert baubegleitende Überraschungen, die schnell sechsstellige Mehrkosten verursachen.

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Referenzparameter

ParameterTypischer Wert
Erkundungstiefe RefraktionBis 60 m (abhängig von Quellenergie und Geophonauslage)
Erkundungstiefe ReflexionBis 200 m (Hochfrequenz-Quelle)
Geophonabstand Standard2 m bis 5 m (projektabhängig optimiert)
Datenaufnehmer24-Bit-A/D-Wandler, 48 Kanäle
Auswertung2D-Geschwindigkeitstomogramm, P- und S-Wellen-Modell
Normative GrundlageDIN 4020, DIN EN 1997-2 (Eurocode 7), Empfehlungen des AK 2.2 der DGGT

Verwandte Dienstleistungen

01

Seismische Refraktionstomographie

Die Refraktionstomographie ist unser Standardverfahren für die Baugrunderkundung bis 60 Meter Tiefe in Mannheim. Wir setzen sie ein, um die Mächtigkeit des Neckarschwemmkegels zu bestimmen, die Felsoberkante unter den quartären Kiesen zu kartieren und die dynamischen Bodenkennwerte für Gründungsberechnungen zu liefern. Die Messprofile werden mit differentiellem GPS eingemessen und die Inversion erfolgt mit modernen Raytracing-Algorithmen, die auch laterale Geschwindigkeitsgradienten auflösen.

02

Seismische Reflexionstomographie

Für tiefere Fragestellungen, etwa bei Tunnelprojekten unter dem Mannheimer Stadtgebiet oder bei der Erkundung tiefer Störzonen, kommt die hochauflösende Reflexionsseismik zum Einsatz. Die Datenakquisition erfolgt mit einer speziellen Hochfrequenz-Quelle und 96-Kanal-Aufnehmern, die wir in engen Rastern verlegen. Die resultierenden Zeit- und Tiefensektionen zeigen Diskontinuitäten und Schichtversätze, die mit reinen Bohrverfahren nicht zu erfassen wären.

Normativer Rahmen

DIN 4020:2021-10 - Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke, DIN EN 1997-2:2010-10 - Eurocode 7: Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik – Teil 2: Erkundung und Untersuchung des Baugrunds, DGGT AK 2.2 - Empfehlungen für seismische Erkundungsverfahren in der Geotechnik, DIN 18300:2023-09 - Erdarbeiten (VOB Teil C)

Häufige Fragen

Was kostet eine seismische Tomographie in Mannheim?

Die Kosten für eine seismische Tomographie in Mannheim liegen typischerweise zwischen €2.280 und €4.820, abhängig von der Profillänge, der Anzahl der Geophone, der benötigten Erkundungstiefe und der Zugänglichkeit des Geländes. Ein kurzes Refraktionsprofil mit 24 Geophonen ist am unteren Ende angesiedelt, während eine kombinierte Refraktions- und Reflexionsmessung mit 48 oder mehr Kanälen und mehreren Schusspunkten im oberen Bereich liegt. Wir erstellen Ihnen ein verbindliches Angebot nach einer kurzen Projektbesprechung.

Welche Normen gelten für die seismische Baugrunderkundung in Deutschland?

Die maßgebende Norm ist die DIN 4020 «Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke», ergänzt durch den Eurocode 7 Teil 2 (DIN EN 1997-2) «Erkundung und Untersuchung des Baugrunds». Für die fachgerechte Durchführung und Auswertung seismischer Verfahren orientieren wir uns an den Empfehlungen des Arbeitskreises 2.2 «Geophysik» der Deutschen Gesellschaft für Geotechnik (DGGT).

Wie tief kann die seismische Tomographie in den Mannheimer Untergrund vordringen?

Mit der Refraktionstomographie erreichen wir in Mannheim typischerweise Tiefen zwischen 30 und 60 Meter, je nach eingesetzter Quellenergie und Geophonauslage. Das reicht aus, um den gesamten quartären Schichtenkomplex des Neckarschwemmkegels zu durchteufen und die Felsoberkante sicher zu identifizieren. Mit der Reflexionsseismik, die wir für Sonderprojekte einsetzen, können wir auch Tiefen von 150 bis 200 Meter auflösen, etwa zur Erkundung tieferer Aquifere oder Störungszonen.

Welche Bodenkennwerte lassen sich aus der seismischen Tomographie ableiten?

Aus den gemessenen Kompressionswellen- und Scherwellengeschwindigkeiten leiten wir dynamische Steifigkeitsparameter ab, insbesondere den dynamischen Schubmodul und den dynamischen Elastizitätsmodul. Diese Werte fließen direkt in Setzungsberechnungen und in die Beurteilung des Verformungsverhaltens des Baugrunds ein. In Kombination mit Laborversuchen an Proben aus begleitenden Bohrungen lassen sich die dynamischen Kennwerte auch in statische Kennwerte überführen, die für klassische Gründungsnachweise nach Eurocode 7 benötigt werden.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Mannheim und Umgebung.

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